Museum der Deutschen Spielzeugindustrie

mit Trachtenpuppen-Sammlung

Sonderausstellung "Zeiten-Wechsel"

1930er-Jahre

Hinweis: Bei allen Produkten, die auf dieser Seite erwähnt und vorgestellt werden, handelt es sich um unbezahlte Werbung.


#exponat | Bärbel

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Bärbel (rechts im Bild) ist eine Schildkröt-Puppe - sicher kennt sie die ein oder andere von Euch, denn sie zählt zu den fünf bekanntesten Schildkröt-Puppen. 1937 hat sie das erste Mal das Licht der Puppenwelt erblickt. 

Bei Bärbel handelt es sich um ein Stehmädchen, deren Kopf und Körper aus beweglichen Steifgelenkgliedern aus Celluloid bestehen.

Markant für Bärbel sind ihre hübschen Schneckenzöpfchen.

Die Schildkröt-Puppen und Spielwaren GmbH ist übrigens der älteste Puppenhersteller, der von 1896 bis heute durchgehend Puppen produziert.


#machmit | "Ritter Sport"-Lesezeichen

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Quadratisch. Praktisch. Gut. - diesen Slogan kennt sicher jeder von Euch. Na klar, die Rede ist von Ritter Sport.

Gegründet wird die Firma 1912 von Alfred Eugen und Clara Ritter in Stuttgart-Bad Cannstatt.

1932 wird unter dem Namen "Ritter's Sport Schokolade" das Schokoladenquadrat aus der Taufe gehoben. Clara Ritters Vorschlag, eine quadratische Schokoladentafel zu produzieren, findet im Familienkreis schnell Zustimmung: "Machen wir doch eine Schokolade, die in jede Sportjackettasche passt, ohne dass sie bricht, und das gleiche Gewicht hat wie die normale Langtafel."

In der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs gelangt die Firma nur schwer an Rohstoffe, denn Alfred Eugen Ritter tritt nicht der NSDAP bei - Einfuhrbeschränkungen sind die Folge. Doch lieber schließt Ritter Sport vorübergehend seine Produktion als in die Partei einzutreten.

1970 erobert Ritter Sport Ganz Deutschland: Die Einführung der innovativen Ritter Sport Joghurt, der ersten Joghurtschokolade, und die Premiere bundesweiter Fernsehwerbung bringen den landesweiten Durchbruch. Der einprägsame Slogan "Quadratisch. Praktisch. Gut." tritt seinen Siegeszug an.

Seit 1974 hat nun auch jede Sorte seine eigene Farbe - eine Revolution auf dem Schokoladenmarkt.

1976 kommt schließlich noch die Erfindung der Schlauchbeutelverpackung hinzu, sodass die Schokolade nun wunderbar mit einem Knick geöffnet werden kann.

Und die Verpackung kann sogar noch ganz leicht upcycled werden. Wir haben zum Beispiel ein Lesezeichen aus Ritter Sport Marzipan gefaltet. Die Anleitung hierzu findet ihr hier


#spiel | Reifen treiben

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Reifen treiben ist ein Kinderspiel, das bereits auf dem Gemälde "Die Kinderspiele" des flämischen Malers Pieter Bruegel des Älteren von um 1560 zu sehen ist.

Das Reifen treiben erfreut sich aber auch noch in den 1930er-Jahren großer Beliebtheit.

Es ist gar nicht so einfach, den Reifen mit einem kleinen Stöckchen voranzutreiben.

(Foto: Pieter Brueghel the Elder, Public domain, via Wikimedia Commons, Ausschnitt)


#spiel | Monopoly

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Hättet ihr gedacht, dass das Spiel "Monopoly" schon über 80 Jahre alt ist? 

Ziel des Spiels ist es, ein Glücksimperium aufzubauen und alle anderen Mitspieler in die Insolvenz zu treiben.

Am 11. August 1935 kam die erste deutsche Ausgabe von Monopoly auf den Markt.

Erfunden wurde das Spiel aber in den USA und das bereits im Jahr 1904: Elizabeth Magie entwickelte ein sozial-kritisches Brettspiel, das sie "The Landlord's Game" nannte und patentieren ließ. 1933 lernt der arbeitslose Heizungsbauer Charles Darrow das Spiel kennen. Er veränderte und entwickelte das Spiel weiter - das uns bekannte "Monopoly" war fast geboren. Er produzierte und verkaufte das Spiel zunächst im Eigenverlag, bevor er 1935 die Rechte an das Unternehmen Parker Brothers verkaufte.

Bis heute ist "Monopoly" eines der erfolgreichsten Brettspiele weltweit und wird in über 30 Sprachen sowie in über 100 Ländern verkauft. 


#literatur | Prinz Eisenherz

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Vor 85 Jahren, am 13. Februar 1937, erschien in verschiedenen amerikanischen Zeitungen, u.a. im New York Journal, die erste Seite von Hal Foster's Prinz Eisenherz. Die Serie wurde weltweit bekannt und bis heute gibt es jede Woche eine Fortsetzung. 

Foster's Stil war für die damalige Zeit absolut neu: ungewöhnlich war nämlich, dass die Serie ausschließlich auf den großformatigen und farbigen Seiten der Sonntagsbeilagen erschien und nicht auch wochentags in schwarzweiß. So nahm die neue Serie schon von Anfang an eine Sonderstellung unter den damaligen Comics ein und bot Foster einen riesigen Freiraum, um seine Kreativität voll zu entfalten.

1954 wurde "Prince Valiant" von 20th Century Fox mit Robert Wagner in der Hauptrollte verfilmt, und die Popularität der Serie nahm immer weiter zu.

Im Jahre 1957 wurde Hal Foster mit dem National Cartoonist Society Reuben Award ausgezeichnet. 

Nach mehr als 34 Jahren und 1788 Seiten übergab Foster am 23. Mai 1971 seinem Nachfolger John Cullen Murphy die Fortführung der Sage um den Prinzen aus Thule. Bis 1980 blieb er jedoch an seinem Lebenswerk beteiligt, indem er Skizzen anfertigte und die Geschichte weiterschrieb. 

 


#literatur | Das fliegende Klassenzimmer

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Erich Kästner haben wir schon in unserem Themen-Monat "1920er-Jahre" mit seinem Werk "Emil und die Detektive" kennengelernt.

Auch in den 1930er-Jahren führt kein Weg an dem bedeutenden Autor Erich Kästner vorbei. Sein Schul-Roman für Kinder "Das fliegende Klassenzimmer" veröffentlicht Kästner 1933 - damit schafft er ein Werk, das auch noch in den 2000er-Jahren mit seinem Inhalt aktuell ist.
2003 erscheint nämlich bereits die dritte Verfilmung des Romans "Das fliegende Klassenzimmer".

Doch was macht dieses Buch so zeitlos?

  • Die unterschiedlichen Charaktere der fünf Freunde Martin, Johnny, Matthias, Uli und Sebastian, in einem von denen sich jeder Leser auf jeden Fall wiederfindet.
  • Die fünf Freunde setzen sich mit verschiedenen grundlegenden Eigenschaften und Emotionen auseinander: Mut, Zivilcourage, Angst, Feigheit, Heimweh, Scham.
  • Die Erwartungen der Schüler und Schülerinnen an ihre Lehrer und Lehrerinnen haben sich im Grunde nicht gewandelt: Besonders erwünscht sind Verständnis, Gerechtigkeit und Humor.

Heute gilt "Das fliegende Klassenzimmer" als Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur und die Form des Erzählens ist uns vertraut.
Doch in den 1930er-Jahren war dieser Erzählstil etwas besonders: Spannung, Dynamik und Humor sowie authentische Dialoge leiten damals eine neue Form des Erzählens ein.

1933 sieht Kästner in Berlin zu, wie seine Bücher öffentlich verbrannt werden. Dennoch wandert er nicht aus, sondern veröffentlicht unter Pseudonym und im Ausland.