Museum der Deutschen Spielzeugindustrie

mit Trachtenpuppen-Sammlung

Historische Puppen


Schildkröt-Puppe

Dieses Mädchen ist eine Schildkröt-Puppe aus den 1950er-Jahren.

Hierbei handelt es sich um eine Stehpuppe, deren Kopf und Körper aus beweglichen Celluloid-Steifgelenkgliedern bestehen. Der Kopf ist ein Kurbelkopf und die Augen sind aus Glas.

Die Firma Schildkröt ist seit 1896 in der Puppenindustrie tätig, indem sie hochwertige und zeitlos modische Puppen herstellt. Zentral für die Puppenherstellung ist dabei der günstige Werkstoff Celluloid, der für viele Menschen einen Puppenkauf erst erschwinglich machte. Schildkröt-Puppen sind auf der ganzen Welt beliebt - 1911 wird bereits der Großteil der Puppen weltweit exportiert.

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Raggedy Ann und Raggedy Andy

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Bei diesen historischen Spielpuppen aus den 1960er-Jahren, die Museumsleiter Udo Leidner-Haber in Händen hält, handelt es sich um Raggedy Ann und Raggedy Andy, also zwei Lumpenpuppen.

Vielleicht kennt jemand von Ihnen Raggedy Ann sogar als Kinderbuchheldin? Denn der US-amerikanische Autor und Illustrator Johnny Gruelle veröffentlichte 1918 ein Kinderbuch mit Raggedy Ann als Hauptfigur. Die Stoffpuppe wird immer dann lebendig, wenn keine Menschen zugegen sind. 1920 wurde mit Raggedy Andy ein männliches Gegenüber eingeführt. Auch ganze Zeichentrickfilme sind mit Raggedy Ann und Raggedy Andy entstanden.


Badepuppe

Diese Badepuppe mit gemalten Augen aus chinesischem Porzellan wird auch Frozen Charlie oder Frozen Charlotte genannt wird.

Die Puppe stammt aus der Zeit um 1920 und war ein sehr beliebter Sommerartikel, der von Kindern aus gutbürgerlichen Familien bspw. zur Sommerfrische an den See oder den Strand mitgenommen wurde.

Obwohl die Puppe an sich sehr schwer ist, kann sie aufgrund ihres Hohlkörpers im Wasser schwimmen.

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Puppe im Queen-Anne-Stil

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Hier sehen Sie eines unserer ältesten Exponate im Museumsbestand. Dabei handelt es sich um eine Holzpuppe im Queen-Anne-Stil aus England, die aus dem 18. Jahrhundert stammt und 65 cm groß ist.

Besonderes Augenmerk muss man bei dieser Puppe auf die Bekleidung aus Baumwollgewebe legen, die das Modeverständnis der damaligen Zeit widerspiegelt: Oberteil mit farbigem Druckmuster im Streublumendekor nach indischem Vorbild und sehr enger Taille, enges Schößchen, weite Ärmel und flachgeschnürte Brust sowie Haube mit Kinnbinde.

Man kann sagen, man sieht hier eine feine Dame im Hauskleid.


Queen Elizabeth II. als Prinzessin

Diese Porträtpuppe entstand 1929 in der Puppenfabrik Christian Hopf in Neustadt bei Coburg und zeigt Queen Elizabeth II. als kleine Prinzessin.

Die Puppe ist 45 cm groß und hat einen Kopf aus Papiermaché gegossen. Außerdem sind ihre blauen Augen handgemalt und ihre blonde Perücke aus Mohair. Ihr Körper ist aus Stoff und mit Holzwolle fest gestopft.

Weil die Puppe aus dem Musterzimmer der Firma stammt, hat sie sogar noch den originalen Pappeangänger mit der Aufschrift Elizabeth darauf.

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Willkommenspuppe aus Russland

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Bei diesem Objekt handelt es sich nicht um Rapunzel, sondern um eine sog. Willkommenspuppe, die 2011 unserer Stifterin in Russland als traditionelles Gastgeschenk überreicht wurde.

Bei der 18 cm großen Puppe sticht sofort ihr außergewöhnliches Gewand ins Auge: das hier verwendete Material ist Pferdehaar, das gebleicht, genäht und verleimt wurde. Ihre Haare sind ebenfalls aus Pferdehaar zu einem langen Zopf geflochten und auf dem Holzkopf aufgeklebt.


Puppe der Zukunft

Haben Sie schon einmal etwas von der Spielpuppe Bébé l'Avenir, also der Puppe der Zukunft gehört?

Hergestellt wurde sie zwischen 1903 und 1921 in der Puppenfabrik der Gebrüder Süssenguth in Neustadt bei Coburg.

Die Puppe ist besonders beweglich und kann gut sitzen. Dank der verwendeten Materialien ist die Gliedergelenkpuppe mit Kurbelkopf vom Gewicht her leicht und vom Material her relativ unempfindlich: Während Kopf, Körper und Oberschenkel aus Pappe geprägt sowie Rumpf und Oberschenkel zudem mit Textil kaschiert sind, wurden die Arme aus Holz gedrechselt und bemalt; die Hände sind aus Papiermaché gedrückt und ebenfalls bemalt. Außerdem sind die Unterschenkel und Füße aus Stoff gestopft. Die Haare sind aus Mohair und bei den Augen handelt es sich um feste braune Glasaugen.

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Mein Lieblingsbaby

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Haben Sie schon einmal etwas von "Meinem Lieblingsbaby" gehört?

Das ist eine sehr erfolgreiche Serie der Firma Kämmer & Reinhardt, zu der auch diese Puppe gehört. Das Besondere an dieser Serie ist nämlich, dass alle Puppen die Bezeichnung "Liebling" in ihrem Namen führen. So gibt es z.B. Puppen mit den Namen "Mein kleiner Liebling", " Mein süßer Liebling", "Mein rosiger Liebling" oder eben auch "Mein Lieblingsbaby".

Diese Puppe hat neben einem Körper aus Pappe geprägt einen Kurbelkopf aus Biskuitporzellan, Schelmenaugen, einen offenen Mund mit modellierter Zunge sowie eine Echthaarperücke.

Entstanden ist diese Puppe 1914 in Waltershausen (Landkreis Gotha) in Thüringen, einem der bedeutendsten Zentren für Puppenindustrie.
Hergestellt wurde die Figur von der Firma Kämmer & Reinhardt, die besonders für ihre lebensecht modellierten "Charakterpuppen" bekannt war - diesen Namen ließ sich die Firma 1909 auch schützen. Das besondere an Charakterpuppen sind deren ausdrucksstarken und lebensechten Gesichter, denn bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Puppen verschiedener Hersteller in ihrer Mimik eher einheitlich idealisiert.


Schildkröt-Puppe und Eierwärmer

Bei diesem Objekt handelt es sich um eine Schildkröt-Puppe aus Celluloid, die wohl in den 1930er-Jahren hergestellt wurde.

Die Kewpie Doll, wie sie auch genannt wird, wurde als Massenware in fast allen Puppenfabriken in Neustadt bei Coburg und in Thüringen produziert.
Die Vorlagen dieses Puppentyps stammen von Zeichnungen der amerikanischen Künstlerin Rose O'Neill, die die Herstellung in Deutschland in Auftrag gab.

Als Material wurden anfangs Biscuitporzellan und Celluloid verwendet, später Hartplastik.

Bekleidet hat die Puppe eine Handarbeitslehrerin aus Neustadt bei Coburg.

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Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung