Museum der Deutschen Spielzeugindustrie mit Trachtenpuppensammlung
(3) Sonderausstellung “Fröhliche Weihnachten”      Was ist das? – Begriffe aus dem Bossiererhandwerk Muster erste, neu entworfene Artikel, sog. „Proto-Typen“; auch als „Vorzeigemuster“ bezeichnet; entweder als Einzelstücke oder aber in kleiner Stückzahl produziert; sie dienten als Vorlagen für die Kunden und für eine serielle Massenfabrikation; Papiermaché urspr. Masse aus gekochtem und zerstampftem Papier mit Leimwasser und weiteren, jeweils individuell zusammengestellten Zutaten; in Sonneberg um 1805 durch die Bossiererbrüder Müller für Spielwaren- industrie wiederentdeckt, jedoch erst ab etwa 1814/18 mit unterschiedlichen Rezepturen in der Spielwaren- industrie verwandt; löste im Zeitraum bis 1825/50 bei den Bossierern den Brotteig als Modelliermasse ab; Saisonarbeit bedeutet die periodisch befristete Produktion von Artikeln, meist zu einem bestimmten, mit einer Jahreszeit verbundenem Fest; Arbeiter und Handwerker, die dieser Erwerbsform nachgingen, waren jährlich längere Zeit arbeitslos. Verleger Großhändler oder Kauffmann; fast ausschließlich in Sonneberg und Umgebung ansässig; produzierten selbst nichts oder nur wenige Artikel, aber übernahmen als Hauptabnehmer der Spielzeugproduzenten den Absatz im In- und Ausland; ihre Monopolstellung behaupteten sie von der Einführung des „Sonneberger Privilegiums“ (1789 - 1862) bis um 1945; Wackelköpfe spezielle Artikelform der (s.a.) Attrappen; Spiralfedern, die an die Stelle der Hälse bei Attrappen eingesetzt wurden, brachten bei Erschütterung die Köpfe zum „Wackeln“; es sollte den karikierenden Eindruck steigern; Zutaten darunter fassten die Bossierer alles Material zusammen, das sie zur Ausgestaltung und Dekoration ihrer Produkte benötigten. Dies waren z.B. Ostergras, Watte, Wolle, Filz, Chenille, künstliche Ilex-Beeren, Schaumstoff, Plüsch, Kunstleder, Fliska (Tuchschur), Covalla, Glimmer, Glasperlen u.v.m. zurück...Seite 1
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